Es
besteht kein Zweifel: Immer mehr Morde in Wiesbaden! Einer der
Haupt-Tatorte der ansteigenden Kriminalität ist Buch Habel, wo man den
örtlichen Literaturveranstaltungen zu den Themen Abmurksen, Rauben,
Erpressen und anderen Delikten die Reihe "Mörderische Nächte"
hinzufügte. Der Frankfurter Literaturmentor und Publizist Lothar Ruske
stellte mit der Anthologie "Tatorte Hessen" eine druckfrische Sammlung
von mörderischen Kurzgeschichten vor, die aus der Feder des so
genannten "Hessischen Syndiakts" geflossen sind. Rund 29 Mitglieder
zählt die Autorenvereinigung, die regelmäßig in Frankfurt über die
perfekte Art, schreibend zu morden fachsimpelt. Dass sich der
Frankfurter Societäts-Verlag dazu überreden ließ, statt des genremäßig
üblichen Taschenbuchs ein richtiges Hardcover zu machen, erfreute den
Projektbetreiber Ruske besonders ...Der
Wiesbadener Richard Lifka verschränkt in "Kinderspiel" dramaturgisch
zwei Zeitebenen. Ein Vergewaltigungsprozess, von dem der
Kurier-Mitarbeiter in der Illustrierten Stern in den siebziger Jahren
gelesen hatte, bot das Vorbild, nach dem er eine heutige Geschichte um
das Thema Rache gesponnen hat. Heimatkolorit gewinnt das Ganze durch
die Szenerie, beispielsweise auf dem Neroberg. Die Motivation zum
Schreiben bezieht der Autor aus der Unübersichtlichkeit der Welt, die
man für einen Moment in ein in sich schlüssiges Gebilde fassen könne.
Wiesbadener Kurier
Kathrin Schwedler