Richard Lifka

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Jaramogi und Malia – Ein Weihnachtskrimi

Die biblisch überlieferte Geschichte von der Geburt Jesu könnte sich auch in der heutigen Zeit abspielen. Versuchter Kindesmord auf der einen Seite, unerwartete Hilfe auf der anderen sind weiterhin aktuelle Themen, die in fiktionaler Form hier aufgenommen sind.
Wiesbadener Kurier vom 15.12.2005



Auszug

Malia war hoch schwanger und das Laufen fiel ihr schwer. Es war kalt und feucht, kleine Schneeflocken fielen herab. Vor vierzig Tagen hatte Malias und Jaramogis Reise begonnen. Zuerst holperten sie auf einem Eselskarren zur Küste, von dort aus ging es per Schiff übers Meer um am Ankunftshafen auf einen Lastwagen gepackt zu werden. Nun waren sie schon seit sieben Nächten zu Fuß unterwegs. Jaramogi sorgte sich um Malia, die er liebte und heiraten wollte, obwohl es nicht sein Kind war, das sie unter dem Herzen trug.
„Wir schaffen es nicht“, sagte Jaramogi und blieb stehen. „Es ist noch zu weit, es beginnt zu schneien und es wird langsam hell.“

„Wir müssen! Mein Vater wird uns helfen“, entgegnete sie trotzig und ging weiter, ihre offenen Sandalen drückten schwache Spuren in die dünne Schneedecke. Kopfschüttelnd folgte er ihr. Als sie von ihrer im Sterben liegenden Mutter erfahren hatte, wer ihr Vater war und wo sie die Dokumente versteckt hatte, setzte sie alles in Bewegung um ihn zu treffen. Sie wusste nichts von Hans Herder, ihrem Vater, nichts, außer der Adresse, eine Adresse die schon siebzehn Jahre alt war. Dennoch, sie hatte sich in den Kopf gesetzt, ihn zu suchen. Als eine Hungersnot ausbrach und sie schwanger wurde, konnte sie niemand mehr halten. Um das Geld für die weite Reise aufzutreiben, hatten Malia und Jaramogi alles verkauft was sie besaßen, bis auf die Kleider, die sie an ihrem Körper trugen ...